HIIT bei Krebs: Bessere Fitness und Funktion im Vergleich zu herkömmlichem Ausdauertraining?
Die Daten legen nahe, dass HIIT die körperliche Funktion sowie die VO₂-Werte bei Menschen mit Krebserkrankungen begünstigen könnte; im Vergleich zu moderatem Training (MICT) wurde dabei ein potenzieller Vorteil für die VO₂ beobachtet (SMD 0,37; p=0,009). Die beobachteten Effekte dürften zudem mit dem Gesamtvolumen des Trainings korrelieren.
Lesezeit:
10
Min.
Erstellt:
03.08.2025
Letztes Update:
16.01.2026
Warum dies wichtig ist
Krebs und entsprechende Interventionen werden oft mit einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und kardiovaskulären Aspekten in Verbindung gebracht. Gezieltes Ausdauertraining ist Teil moderner onkologischer Begleitprogramme – diese Analyse vergleicht hochintensives Intervalltraining (HIIT) mit moderatem kontinuierlichem Training (MICT) hinsichtlich beobachteter Effekte auf die Fitness.
Studienaufbau (im Überblick)
Typ: Systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse nach PRISMA-Standard.
Einschluß: RCTs mit HIIT bei erwachsenen Personen in der Onkologie; Einbezug von Studien mit direktem Vergleich zwischen HIIT und MICT.
Endpunkte: Dokumentation von Funktionstests (z. B. 6-Minuten-Gehtest, Stand-up-Test) und Werten zur Sauerstoffaufnahme ($VO_2peak/VO_2max$).
Hauptergebnisse
Funktionelle Leistung
6-Minuten-Gehtest: In den untersuchten Gruppen wurde eine durchschnittliche Veränderung von +8,63 ± 6,91 % dokumentiert.
Mobilität (Sit-and-Reach): Beobachtete Differenz von +2,7 cm.
In den vorliegenden Daten zeigten sich nach HIIT-Interventionen Hinweise auf eine signifikante Begünstigung dieser Parameter.
Kardiorespiratorische Fitness ($VO_2$)
Der relative $VO_2peak$ wies unter HIIT eine dokumentierte Veränderung von +10,68 ± 6,48 % auf.
Bei MICT lag dieser Wert bei +7,40 ± 4,29 %.
Die Meta-Analyse (HIIT vs. MICT: SMD 0,37) deutet auf eine potenzielle Begünstigung durch HIIT-Protokolle hin (p=0,009).
Dosis-Wirkungs-Beziehung
Die Auswertung ergab, dass die beobachtete Begünstigung der $VO_2$-Werte moderat mit dem gesamten Trainingsvolumen korrelierte (p=0,03), was die Bedeutung der Gesamttrainingszeit unterstreicht.
Praktische Implikationen & Programmierung
Wer könnte profitieren?
Die Daten decken ein breites Spektrum ab: vor, während und nach onkologischen Maßnahmen (UICC-Stadien I–IV). Die Sicherheit und Machbarkeit von HIIT wurde in den untersuchten Gruppen wiederholt dokumentiert.
Implementierung (orientiert an den analysierten RCTs):
Häufigkeit: In der Regel 2–3-mal wöchentlich über mindestens 3 Wochen.
Intensität: Intervalle oft im Bereich von ≥ 85–95 % der $VO_2peak$ bzw. Herzfrequenzspitze.
Wichtiger Hinweis:
Die hier beschriebenen Trainingsformen dienen der begleitenden Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens und der körperlichen Verfassung. Sie stellen keine Heilbehandlung dar und sollten stets in Absprache mit dem behandelnden Fachpersonal durchgeführt werden. Die wissenschaftlichen Ergebnisse dienen der Information und sind kein Heilversprechen.
Autoren
T. Neuendorf; R. Haase; S. Schröder; M. Schumann; N. Nitzsche
Veröffentlichungsdetails
Studientyp:
Systematische Überprüfung und Meta-Analyse (randomisierte kontrollierte Studien).
Veröffentlichung:
Supportive Care in Cancer (2023); 31:643. Online-Veröffentlichung: 18. Oktober 2023.
Teilnehmer:
(gesamt/meta): n=1.555 (31 RCTs) / n=268 (8 RCTs, relatives VO₂peak)
Ort:
Technische Universität Chemnitz; Deutsche Sporthochschule Köln (Deutschland)
DOI:
PubMed-ID:
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