Untersuchungen deuten darauf hin, dass mHBOT die Angiogenese fördern und zur Unterstützung der erektilen Funktion beitragen könnte.
In einer Untersuchung (40 Sitzungen bei 2 ATA) konnte eine Zunahme der IIEF-Werte sowie eine gesteigerte Durchblutung des Gewebes (K-trans +153 %) beobachtet werden; 80 % der Teilnehmenden berichteten von subjektiven Vorteilen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Angiogenese ein zugrunde liegender Mechanismus sein könnte.
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10
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Erstellt:
03.08.2025
Letztes Update:
16.01.2026
Hyperbare Sauerstoffumgebung: Potenzielle Unterstützung bei vaskulär bedingter erektiler Dysfunktion durch Angiogenese
Erektile Dysfunktion (ED) betrifft weltweit Millionen von Männern, häufig aufgrund von Durchblutungsstörungen. Ein wissenschaftlicher Ansatz untersucht hierbei das Potenzial einer hyperbaren Sauerstoffumgebung (mHBOT). Die Forschung geht der Frage nach, ob mHBOT die Angiogenese – die Bildung kleinster Blutgefäße – im Gewebe begünstigen und so die vaskuläre Situation potenziell unterstützen kann.
Was ist eine hyperbare Sauerstoffumgebung (mHBOT)?
Bei der mHBOT nutzen Anwender Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck in einer spezialisierten Kammer. Dies erhöht die physikalische Sauerstoffsättigung im Plasma erheblich und liefert wissenschaftliche Anhaltspunkte für eine mögliche Begünstigung von Regenerationsprozessen und der Vaskularisierung – auch in Bereichen mit eingeschränkter Durchblutung.
Studienübersicht
Teilnehmer: 30 Männer mit chronischer, nicht-chirurgischer ED (durchschnittliche Dauer 4,2 Jahre).
Protokoll: 40 tägliche mHBOT-Sitzungen zu je 90 Minuten bei 2 ATA.
Bewertung: Dokumentation der Parameter anhand des International Index of Erectile Function (IIEF) sowie MRT-basierte Untersuchung vaskulärer Veränderungen.
Wichtigste Ergebnisse
Beobachtete Veränderungen: In den untersuchten IIEF-Bereichen wurden Daten erhoben, die auf eine deutliche Begünstigung der Werte hindeuten, wobei ein Großteil der Teilnehmer über subjektive positive Eindrücke berichtete.
Hinweise auf Angiogenese: MRT-Untersuchungen zeigten eine Zunahme der Perfusion (Durchblutung) im Gewebe, was als Indiz für eine mögliche Neovaskularisation gewertet wird.
Begleiterkrankungen: Faktoren wie Alter, Diabetes oder Bluthochdruck hatten in dieser Beobachtungsgruppe keinen signifikant einschränkenden Einfluss auf die Ergebnisse.
Sicherheit: Die Anwendung wurde als gut verträglich beschrieben; vereinzelt traten vorübergehende Ohrenbeschwerden (Barotrauma) auf, ohne dass schwerwiegende unerwünschte Ereignisse dokumentiert wurden.
Warum ist das wichtig?
Die vorliegenden Daten liefern erste prospektive Hinweise darauf, dass mHBOT einen unterstützenden Einfluss auf vaskuläre Aspekte haben könnte, die häufig die Grundlage für eine ED bilden. Für Personen, die ergänzende Wege zur Unterstützung ihrer körperlichen Regeneration suchen, bietet mHBOT somit einen interessanten wissenschaftlichen Ansatz.
Fazit
HBOT bietet eine interessante Option als begleitende Maßnahme, da sie darauf abzielt, regenerative Prozesse und die Mikrozirkulation potenziell zu begünstigen. Betroffene Männer können diese Option als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes in Erwägung ziehen und die Eignung individuell besprechen.
Hinweis: Die hier beschriebene Anwendung entspricht dem aktuellen Forschungsstand und stellt keine allgemein anerkannte schulmedizinische Standardtherapie dar. Die beschriebenen Beobachtungen dienen der Information und sind kein Heilversprechen. Potenzielle Risiken und individuelle Vorteile sollten stets im Vorfeld geklärt werden.
Autoren
Hadanny A; Lang E; Copel L; Meir O; Bechor Y; Fishlev G; Bergan J; Friedman M; Zisman A; Efrati S.
Veröffentlichungsdetails
Studientyp:
Prospektive, einarmige interventionelle Studie.
Veröffentlichung:
International Journal of Impotence Research (IJIR: Your Sexual Medicine Journal) 2018; 30
Teilnehmer:
30 Männer mit chronischer, nicht-operativer erektiler Dysfunktion (durchschnittliche Dauer 4,2 Jahre), Durchschnittsalter 59,2 Jahre.
Ort:
Sagol Zentrum für Hyperbare Medizin und Forschung, Assaf-Harofeh (Shamir) Medizinisches Zentrum, Israel.
Seiten:
DOI:
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