HBOT könnte zur Unterstützung der Telomerlänge beitragen und Anzeichen der Immunseneszenz in Blutzellen beeinflussen.
In einer Untersuchung (60 Sitzungen) konnten Hinweise auf eine potenzielle Verlängerung der Telomere (> 20 %) in T-, B- und NK-Zellen sowie eine mögliche Reduktion seneszenter T-Zellen (CD4⁺ um ca. 37 %) beobachtet werden. Die Daten liefern wissenschaftliche Anhaltspunkte für Effekte, die im Sinne einer immunologischen Unterstützung interpretiert werden können.
Lesezeit:
1
Min.
Erstellt:
02.08.2025
Letztes Update:
16.01.2026
Studiendesign
Typ & Setting
Design: Prospektive, einarmige Vorher-Nachher-Interventionsstudie.
Ort: Shamir (Assaf-Harofeh) Medical Center / Sagol Center for Hyperbaric Medicine and Research, Israel.
Teilnehmer & Zeitpunkte
Eingeschlossen: 35 unabhängig lebende Erwachsene im Alter von $\ge$ 64 Jahren.
Analysiert: 30 Personen schlossen die HBOT ab; Analysen umfassten Telomerlängen ($n=25$) und Seneszenzmarker ($n=20$).
Blutabnahmen: Dokumentation der Werte zum Ausgangswert, nach Sitzung 30, Sitzung 60 sowie 10–14 Tage nach Abschluss.
HBOT-Protokoll (konstant)
Umfang: 60 Sitzungen über ca. 3 Monate (5-mal pro Woche).
Parameter: 2 ATA, 100 % $O_2$, 90 Min. Gesamtdauer inklusive dreier 5-minütiger Luftpausen.
Rahmenbedingungen: Keine Änderungen des Lebensstils oder der Medikation während des Zeitraums.
Interpretation (einfach)
Telomerverlängerung: Die beobachtete Zunahme der Telomerlänge um $>20\,\%$ in mehreren Lymphozytensubtypen wird als ungewöhnlich stark im Vergleich zu reinen Lebensstilinterventionen (typischerweise 0–5,%) eingestuft.
Senolytischer Effekt: Der Rückgang von $CD28^-$-negativen T-Zellen deutet auf eine Reduktion alternder Immunzellen hin, was eine potenzielle Relevanz für die Infektionsabwehr im Alter besitzen könnte.
Zeitverlauf: Viele dokumentierte Effekte traten bereits nach 30 Sitzungen auf und blieben auch 1–2 Wochen nach Ende der HBOT-Serie bestehen.
Praktische Implikationen & Forschungsausblick
Gesundes Altern: Die Forschung untersucht, ob HBOT die Immunfitness und Zellresistenz potenziell begünstigen kann.
Protokollgestaltung: Da viele Effekte bereits nach 30 Sitzungen ihren Höhepunkt erreichten, könnten zukünftige Studien die Dosis-Zeit-Kurven weiter optimieren.
Überwachung: Verfahren wie Flow-FISH und Immunphänotypisierung bieten messbare Biomarker, um Verläufe in der Forschung zu personalisieren.
Einschränkungen (transparent): Die Studie verfügte über keine Kontrollgruppe und eine geringe Stichprobengröße. Die längerfristige Persistenz der Effekte über 14 Tage hinaus ist derzeit noch unklar.
Ist HBOT somit eine Anti-Aging-Therapie?
Die Daten werden als vielversprechend, aber nicht als abschließend beweisend bewertet. Aufgrund des Fehlens einer Kontrollgruppe sind weitere randomisierte Studien erforderlich, um zu klären, wie stabil diese Effekte tatsächlich sind.
⚠️ Wichtig: Bitte halten Sie immer Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt, bevor Sie neue unterstützende Ansätze wie die HBOT in Erwägung ziehen, da individuelle Faktoren eine entscheidende Rolle für die Sicherheit spielen. Die beschriebenen Beobachtungen dienen der wissenschaftlichen Information und stellen kein Heilversprechen dar.
Autoren
Yafit Hachmo; Amir Hadanny; Ramzia Abu Hamed; Malka Daniel-Kotovsky; Merav Catalogna; Gregory Fishlev; Erez Lang; Nir Polak; Keren Doenyas; Mony Friedman; Yonatan Zemel; Yair Bechor; Shai Efrati
Etiketten
Hyperbare Oxygenotherapie, HBOT, Telomere, Flow-FISH, Immun-Seneszenz, CD28-negativ, HIF-1α, Anti-Aging, Senioren, 2 ATA
Veröffentlichungsdetails
Studientyp:
Prospektive, einarmige interventionelle Studie (Vorher-Nachher-Design)
Veröffentlichung:
Alterung (Albany NY), 2020; Band 12, Ausgabe 22;
Teilnehmer:
35 included; 30 completed; Telomer analysis n = 25, senescence n = 20
Ort:
Shamir (Assaf-Harofeh) Medizinisches Zentrum & Sagol Zentrum, Zerifin, Israel
Seiten:
DOI:
PubMed-ID:
In PubMed öffnen